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Gesunde Stadt – mit 50% weniger Autoverkehr, Tempo 30 und mehr Platz fürs Fahrrad

Die Deutsche Umwelthilfe (DHU, Mitteilung vom 14.06.21) hat einen juristischen Vergleich mit der Stadt D’dorf ausgehandelt, der die städtische Verkehrsplanung u.a. auf folgende Maßnahmen festlegt:

– Verpflichtung auf Einhaltung des Grenzwerts für Feinstaub auf 40 μg/m3
Tempo 30 auch auf Hauptstraßen, zur Reduzierung von Lärm und Feinstaub
– deutliche Ausweitung der Parkraumbewirtschaftung für Umstieg auf den ÖPNV
– Ausbau der Radinfrastruktur und Verbesserungen für den Fußverkehr
– neuer Luftreinhalteplan mit Ausweis von Einsparungen für eine gesunde Stadt
Insgesamt zielt der Vergleich zielt auf eine autofreie Innenstadt mit Stärkung von Rad- und Fußgängerverkehr und neuer Aufenthaltsqualität auf  Plätzen. Hierzu
Dazu Jürgen Resch, Bundesgeschäftsführer der DUH: „Dieses nun rechtlich verbindliche Maßnahmenpaket ist ein Schritt hin zu einer echten Verkehrswende in Düsseldorf: Mit weniger Autoverkehr und deutlich mehr Rad- und Fußverkehr sowie attraktiveren öffentlichen Verkehrsmitteln. Diesem ersten Schritt müssen nun viele weitere Schritte folgen.“
Zudem wurde eine eine fortlaufende Wirkungskontrolle der festgesetzten Maßnahmen vereinbart, um bei neuerlichen Überschreitungen des NO2-Grenzwertes gemeinsam neue Lösungen umzusetzen; dafür  seien  kurzfristige Maßnahmen zur Verkehrsreduzierung oder auch ein Dieselfahrverbot möglich. (Mehr zu den Zielen der DUH im Beitrag über die vom Verfassungsgericht geforderte Reform des Klimaschutzgesetzes.)
Für saubere Luft gibt es aktuell nun ein Urteil des Europ. Gerichtshofes, worin Deutschland wegen “systematischen Verstoßes gegen Luftqualitätsgrenzwerte” (DUH, 03.06.21) verurteilt wird. Um die vom Gericht angemahnte Senkung der NOx-Belastung zu realisieren, fordert die DUH die Umwandlung von Auto-Fahrspuren in Radwege und den Ausstieg aus dem Verbrennungsmotor in Deutschland zum 1. Januar 2025 sowie eine Senkung der CO²-Emissionsgrenzen (DUH, 05.03.21).
Die DHU setzt sich darüberhinaus für eine weitreichende Mobilitätswende für den Klimaschutz ein, mit einem programmatischen Konzept, das dem unseres Bündnisses ähnelt – hier ein Auszug:

Die Realität in Großstädten ist geprägt von schmutziger Atemluft, Dauerstaus, Parkplatzsuche, Lärm und kaum Platz für Zufußgehende und Radfahrende. Das sind die Folgen jahrzehntelanger automobilfreundlicher Politik. (…)
Was wir jetzt brauchen: Platz für Fahrradverkehr, Fußgänger und Fußgängerinnen, saubere Luft und einen zuverlässigen, günstigen, modernen und gut ausgebauten öffentlichen Verkehr mit Bus und Bahn. Allein ein Wechsel von Verbrenner- auf Elektroautos genügt nicht, um in Zukunft nachhaltig mobil sein zu können.” – (Der ganze Text der DUH zur Mobilität  kann hier heruntergeladen werden.)

Eine umfassende Verkehrswende für eine gesunde Lebensumwelt in unseren Städten fordert auch Heal Deutschland, eine zivilgesellschaftliche Organisation, die sich mit den Auswirkungen von Umweltverschmutzung auf unsere Gesundheit auseinandersetzt. Heal fordert gegen die zunehmende CO2-Belastung einen Ausstieg aus den fossilen Brennstoffen und eine nachaltige Neu-Organisation der Mobilität in unseren Städten:
Ausbau der autofreien Bereiche, Vorfahrt für Fußgängerinnen und Radverkehr, kostenloser öffentlicher Nahverkehr, multiple Verkehrsmittel, neues Wohnen und grüne Innenstädte.

In dem sehr empfehlenswerten Text  “Vorfahrt für Gesundheit“, angeboten auf der o.a. Webseite, werden diese Ziele erklärt und mit Beispielen erläutert: so der kostenlose öffentliche Personennahverkehr in Murcia (Spanien) und  Luxemburg (Stadt und Land) oder die fußgängerfreundliche Stadt Bern.