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Festlegung auf das IHK-Verkehrsnetz und Finanzierungsvorbehalt
Im Zentrum des Koalitionsvertrags (hier): Für die Zustimmung zum Opernbau – mit fraglichem Finanzdeckel von einer Mrd. €, bei fast genauso hohen Finanzierungskosten – haben die Grünen 500 Millionen für den Klimaschutz ausgehandelt, u.a. für Stadt-Begrünung, aber ohne Gewähr für die Verwendung im Klimaschutz.
Gut: Die Mängelliste des ADFC-Radwegetests soll abgearbeitet werden, jeweils fünf Problemstellen je Stadtbezirk; aber was wirklich realisiert wird, steht unter Finanzierungs-Vorbehalt, und die Kosten für die Oper dürften die vereinbarten Grenzen sprengen (Kritik:  ADFC u. Grüne Jugend). Zudem beschränkt die Festlegung auf das Kernstraßennetz der IHK – immerhin 12% des Straßennetzes! – die Einrichtung von Radwegen und Tempo-30-Zonen (vgl. unsere Kritik), so für die Worringer Str., wo sich die „Worri-Initiative“ für eine von den Anwohnern geforderte Verkehrsberuhigung einsetzt (->Petition).
Zudem wird mit der IHK-Studie die Verkehrsbelastung von 2023/24 in die Zukunft fortgeschrieben, obwohl doch für die beschlossene Klimaneutralität bis 2035 (->hier) nur mit einem „deutlichen Rückgang des Individualverkehrs“ in D’dorf zu realisieren ist, so  A. Bierwirth (Wuppertal-Institut, RP, 4.6.25.)
Positiver sieht dies die Analyse des BUND: „Mit dem IHK-Vorschlag zum Kernstraßennetz kann das Hauptstraßennetz (ohne Autobahnen) in Düsseldorf von 355 auf 150 Km reduziert werden, ein Potenzial für Verkehrsberuhigung auf 205 Km, das genutzt werden muss!“
Zur Kritik am Opernbau: Die auf vier Jahrzehnte angelegte Finanzierung des geplanten Opernbaus, mehr als 800 Mio € (Info), wird den schon jetzt defizitären Haushalt der Stadt (357 Mio. für 2025, Ddorf-aktuell) für die Zukunft unabsehbar belasten, was vor allem die Finanzierung von Verkehrsprojekten und städtischer Kultur erheblich einschränken dürfte. Außerdem ist zu bezweifeln, ob der – per Ausschuss zu kontrollierende – Deckel von 1 Mrd. reiner Baukosten zu halten ist, wie andere Groß-Bauprojekte belegen. (Elbphilharmonie als Beispiel „Aus 77 wurden 800 Millionen“). Kommentar zum Siegerentwurf hier

Und der Siegerentwurf für die Düsseldorfer Oper ist massiver Kritik ausgesetzt: M. Lehmhaus (Vorstand des Opern-Freundeskreises)  sieht sich mit der „Blockrandbebauung“ an „Kirchbauten aus den 70er-Jahren“ erinnert (RP, 15.11.25), Leserbriefe  titeln mit „Charme eines Luftschutzbunkers“ u. „Groschengrab für elitäre Bevölkerung“ (RP, 19.12.25), kritisieren zudem den in Geschäftsbauten eingezwängten Bauplatz (die offene Ballustrade des Entwurfs öffnet sich zum Karstadt-Kaufhaus).
Die Lösung? Keine Sanierung der altertümlich-maroden Oper, Zwischenlösung zudem viel zu teuer (vgl. Kostenschätzung), aber kleinere Planung, vielleicht am anderen Ort (Hafen?).