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Reduzierung von Parkplätzen, erhöhte Gebühren für das Anwohnerparken, mehr Platz für’s Fahrrad
Endlich wurde im Verkehrsausschuss die Parkraumbewirtschaftung samt Anwohnerparken als Planungsvorhaben beschlossen, ein wichtiger Teil des Mobilitätsplans D, zwei Jahre nach seiner Verabschiedung. Zunächst soll für die Bezirke Bilk und Flingern-Nord ein „Werkzeugkasten“ mit Maßnahmen und Gebührenordnung entwickelt werden, mit dem Ziel, den „Straßenraum zugunsten der Nahmobilität umzuverteilen und Parken im öffentlichen Raum neu zu ordnen“ (Mobilitätsplan); das soll u.a. Fremdparker aus den Wohngebieten fernhalten und mehr Platz für den Fahrrad- und Fußverkehr schaffen.
Als Erweiterung des Konzeptes, Autofahrer zum Umstieg auf’s Fahrrad und den ÖPNV zu motivieren, soll die Stadttochter CMD (Connected Mobility D’dorf) im nächsten Jahr zunächst 7 Mobilstationen an festgelegten Orten bauen – mit Fahrradgaragen (Bild links), Shared-Mobility-Angeboten sowie E-Lade-Stationen und Fahrradreparatur.

Zur geplanten Parkraumbewirtschaftung und zu den Mobilstationen hier

Zur beschlossenen Parkraumbewirtschaftung (OVA am 27.10.21)
Die jüngst beschlossene Planung der Parkraumbewirtschaftung hatte einen Vorläufer, die im Juni 2020 verabschiedete Ausweitung des Anwohnerparkens, wodurch zu den bestehenden 31 Bewohnerparkgebieten 25 weitere hinzukommen sollten (Karte rechts, 06/2020). Diese Ausweitung ist in dem neuen Beschluss aufgenommen worden, indem die Verwaltung nun Bilk und Flingern (Bilder unten) als Pilotgebiete für die Parkraumbewirtschaftung ausgewählt hat. Beide Beschlüsse zielen darauf ab, Fremdparker – das sind Pendler und Fluggäste, die Parkgebühren am Flughafen sparen wollen – aus den Wohngebieten herauszuhalten und mehr Platz für den Fuß- und vor allem Fahrrad-Verkehr zu schaffen.
Verbunden damit ist eine Verlagerung von öffentlichen Parkplätzen in privaten Parkraum (auch Kundenparkplätze und Quartiersgaragen) und die Ausweisung des öffentlichen Parkraums als Anwohnerparken. Dafür darf die Stadt ab 2022 die derzeit unglaublich niedrigen Gebühren (30,15 € p.a.) erhöhen, da die Landesregierung diese Festsetzung dann den Kommunen selbst überlassen will, nach über einjähriger Verzögerung. Als Beispiel mag der in Tübingen ab 01.01.22 geltende Satz von 180 € jährlich gelten, ein Satz, den der Verkehrsdezernent J. Kral übrigens eher noch für zu niedrig hält. (Ursprünglich wollte der Tübinger OB Palmer den Satz auf 360 € anheben, was der dortige Stadtrat aber halbiert hatte.)
Die Absicht, entsprechend der Zielsetzung des Mobilitätsplans D. „den Straßenraum zugunsten der Nahmobilität umzuverteilen und Parken im öffentlichen Raum neu zu ordnen“, wird in der verabschiedeten Verwaltungsvorlage so erläutert: „Das knappe Gut öffentlicher Raum soll in verkehrlicher Perspektive vermehrt dem Umweltverbund zur Verfügung stehen, die Aufenthalts- und Lebensqualität in den Quartieren soll gesteigert werden. Dieser erhöhte Flächenbedarf geht zulasten des motorisierten Individualverkehrs (MIV), insbesondere des ruhenden Verkehrs. Dieser soll verstärkt auf privaten Flächen außerhalb des öffentlichen Raums abgewickelt werden.“ – Gut so, Kompliment an die Stadtpolitik!
Mobilstationen ermöglichen Mobilität ohne eigenes Auto
Damit dürfte auch ein Anreiz erzeugt werden, vom privaten Auto auf öffentliche Verkehrsmittel und das Fahrrad umzusteigen, auch für Pendler. Dieser Zielsetzung dient im Besonderen die Errichtung von zunächst sieben Mobilstationen durch die CMD, die schon 2022 für folgende Orte geplant sind: Friedensplätzchen, Kirchplatz, Bachplätzchen, Horionplatz, Erna-Eckstein-Straße, Uni-Mensa, Uni-Mitte (die Uni-Stationen sind ÖPNV-Mobilstationen zur Verbesserung der „Anschlussmobilität“ für Studierende u. Arbeitnehmer der Uni), die entsprechende Verwaltungsvorlage soll am 12.01. im OVA verabschiedet werden.
Bestandteile solcher Mobilstationen sind mietbare Fahrradgaragen unterschiedlicher Größe (besonders für E-Bikes und Lastenräder), Sharing-Angebote (leihbare Autos, E-Bikes, E-Roller, E-Scooter), Ladestationen für E-Autos, Stationen für Fahrrad-Reparatur und Abstellanlagen (siehe Bilder).

Für die Zeit bis 2030 sind weitere 100 solcher Mobilstationen für die Stadt geplant – wenn die Finanzierung klappt -, sodass die Nahmobilität und der Gemeinschaftsverkehr in Düsseldorf deutlich gestärkt würden und das private Auto an Bedeutung verliert.