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Auch die Rad-Kommission fordert am 27.04.20 den zeitnahen Weiterbau der PBL.
Die Stadtverwaltung knickt vor  einem Unternehmen ein: Weil die Tata Steel Tochter Hille & Müller weiterhin ihre LKW (kostenlos) auf der Straße Am Trippelsberg parken will, wird der Ausbau einer Protected Bikelane (PBL) vorläufig gestoppt und der schon im Mai 2020 beschlossene Bau der PBL evt. jahrelang verzögert.

Der ADFC fordert eine sofortige Weiterführung der schon begonnenen Arbeiten. Dafür hatten das Bündnis und die Bürgerinitiative Hafenalarm am 23. April  zu einer Fahrrad-Demo aufgerufen, vor der Firma  Hille & Müller, die gegen den Radwege-Bau klagt. – Die Geschichte der PBL, von M. Hollstein (NaturFreunde Df), ist hier nachzulesen;

Obwohl ein Urteil vom 27.01.21 (gegen den Eilantrag zum Bau-Stopp) besagt, dass ein Unternehmen den Wegfall öffentlichen Parkraums hinnehmen muss, damit also keinen Rechtsanspruch auf öffentlichen Parkraum hat, zieht die  klagende Firma Hille & Müller vor das Oberverwaltungsgericht in Münster, um dieses Urteil zu kippen; und sie beschwert sich bei der Stadtverwaltung, sie sei im Planungsprozess für den Radwegs nicht beteiligt worden (vgl. RP vom 29.03.21).

 

 

 

 

 

 

Das Seltsame: Die Stadtverwaltung reagiert Unternehmer-hörig mit einem Antrag beim OVA, wonach erst Ersatzparkplätze und ein Wendehammer für die anliegenden Firmen realisiert, dann der Radweg weiter gebaut werden solle; das läuft auf einen mindestens zweijährigen Baustopp des Radwegs hinaus und konterkariert den geltenden Bau-Beschluss vom Mai 2020: Parkplätze für die Firma Hille & Müller, statt Realisierung des geschützten Radweges.

Die Kritik des ADFC an dieser Vorlage wegen Begünstigung der Stahlfirma und der zunehmende Unmut darüber bei Grünen, SPD/Volt und Linken führten immerhin dazu, dass die Bezirksvertretung 9 den Vorschlag ablehnte und die Stadtverwaltung ihn in der OVA-Sitzung am 24.03.21 zurückzog; er wird nun in der Fahrrad-Kommission diskutiert, was aber den Ausbau des geschützten Radwegs weiter verzögert.

So werden weiterhin die LKW auf öffentlichem Raum – natürlich kostenfrei – ungestört parken können. Der geplante Verkauf der klagenden Firma, übrigens im Besitz von Tata Steel (siehe Stellungnahme der IG Metall), kann dann wohl reibungsloser über die Bühne gehen. – Und: Der Radwegsausbau widerspricht dem Ziel der Düsseldorfer IHK, doch noch ein Container-Terminal im Reisholzer Hafen durchzusetzen, ein Plan, den die BI Hafenalarm mit den Anwohner*innen bisher erfolgreich abgewehrt hat.

Gefährliches Radfahren

Also weitermachen wie bisher, Industrie und Autoverkehr haben im Zweifelsfall eben immer Vorrang. So wird Düsseldorf bestimmt nicht führende Radfahrstadt Deutschlands, eine wohlklingende Parole, die der OB immer wieder in die Fahrradwelt herausposaunt.

(Weitere Informationen gibt es auf der Webseite der BI Hafenalarm.)