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Die Stadtverwaltung knickt vor  einem Unternehmen ein: Weil Unternehmen, namentlich Hille & Müller, befürchten, ihre LKWs nicht mehr (kostenlos) auf der Straße Am Trippelsberg parken zu können, wird der Ausbau eines gesicherten Radwegs (Protected Bike Lane, PBL) gestoppt – ein Ergebnis des Ordnungs- und Verkehrsausschussdes (OVA) vom 24.03.21; damit wird der schon im Mai ’20 beschlossene Ausbau der PBL weiter verzögert.
Realität für RadfahrerDer ADFC fordert eine sofortige Weiterführung der schon begonnenen Arbeiten. Dafür plant das Bündnis zusammen mit der Bürgerinitiative Hafenalarm am 23. April (ab 15 Uhr) eine Fahrrad-Demo, Treffpunkt Am Trippelsberg 48, vor der Firma  Hille & Müller, die gegen den Radwege-Bau klagt. – Die Geschichte der
PBL, von M. Hollstein (NaturFreunde Df), ist hier nachzulesen; dazu

Obwohl ein Urteil vom 27.01.21 (gegen den Eilantrag zum Bau-Stopp) besagt, dass ein Unternehmen den Wegfall öffentlichen Parkraums hinnehmen muss, damit also keinen Rechtsanspruch auf öffentlichen Parkraum hat, zieht die  klagende Firma Hille & Müller vor das Oberverwaltungsgericht in Münster, um dieses Urteil zu kippen; und sie beschwert sich bei der Stadtverwaltung, sie sei im Planungsprozess für den Radwegs nicht beteiligt worden (vgl. RP vom 29.03.21).

Gefährliches Radfahren Abendliches Parken

Das Seltsame: Die Stadtverwaltung reagiert Unternehmer-hörig mit einem Antrag beim OVA, wonach erst Ersatzparkplätze und ein Wendehammer für die anliegenden Firmen realisiert, dann der Radweg weiter gebaut werden solle; das läuft auf einen mindestens zweijährigen Baustopp des Radwegs hinaus und konterkariert den geltenden Bau-Beschluss vom Mai 2020: Parkplätze für die Firma Hille & Müller, statt Realisierung des geschützten Radweges. Die Kritik des ADFC an dieser Vorlage wegen Begünstigung der Stahlfirma und der zunehmende Unmut darüber bei Grünen, SPD/Volt und Linken führten immerhin dazu, dass die Bezirksvertretung 9 den Vorschlag ablehnte und die Stadtverwaltung ihn in der OVA-Sitzung am 24.03.21 zurückzog; er wird nun in der Fahrrad-Kommission diskutiert, was aber den Ausbau des geschützten Radwegs trotzdem weiter verzögert.
So werden weiterhin die LKW auf öffentlichem Raum – natürlich kostenfrei – ungestört parken können. Der geplante Verkauf der klagenden Firma, übrigens im Besitz von Tata Steel (siehe Stellungnahme der IG Metall), kann dann wohl reibungsloser über die Bühne gehen!? – Vielleicht steht die Klage gegen den Radwegsausbau aber auch im größeren Kontext des von der Düsseldorfer Handwerkskammer (IHK) angestrebten Baus eines Container-Terminals im Reisholzer Hafen, ein Plan, den die BI Hafenalarm im Namen der Anwohner*innen bisher erfolgreich abwehren konnte.
Geschützter Radweg nötigAlso weitermachen wie bisher, Industrie und Autoverkehr haben im Zweifelsfall eben immer Vorrang. So wird Düsseldorf bestimmt nicht führende Radfahrstadt Deutschlands, eine wohlklingende Parole, die der OB immer wieder in die Fahrradwelt herausposaunt.
(Weitere Informationen auch über den Kampf gegen den Container-Hafen gibt es auf der Webseite der BI, die uns auch die hier verwandten Fotos überlassen hat.)