Superblocks in Barcelona – lebendige Platznutzung

Für die menschenfreundliche Gestaltung öffentlicher Plätze stellen wir beispielhaft die Superblocks in Barcelona vor. Autofrei, mit wenig Umweltbelastung, mit Vorrang für den Fahrrad- und Fußgängerverkehr und multifunktional mit Freizeit- und Kulturangeboten, nicht nur aufs Shopping ausgerichtet – so sollten unsere städtischen Plätze gestaltet werden: die (obere) Kö, der Heinrich-Heine-Platz, der Adenauer-Platz sowie Pätze in den Stadtteilen. – Zu unseren Beispielen in Barcelona, Paris und Bielefeld sowie zum Statement von C. Ingenhoven hier

Mobilitätswende in Barcelona durch “Superblocks” – Ein Beispiel für deutsche Großstädte

Superblocks – spanisch „Superilles“ sind Karrées mit Wohnhäusern oder ganze Stadtviertel, die für den Durchgangsverkehr gesperrt sind und wo für Radfahrer und Fußgänger  Vorfahrt haben. Plätze in diesen Superblocks laden zum Spielen, Bummeln und Verweilen ein – sie sind multifunktional nutzbar und bieten Aufeenthaltsqualität.

Beispiel für Verkehrsinsel im Superblock

DerAutoverkehr muss diese zu “Superinseln” zusammengfassten Wohngebiete umfahren, nur Anwohner und Lieferwagen dürfen hineinfahren, und zwar mit einer reduzierten Geschwindigkeit von 10 km/h. Zur Verdeutlichung der Umwandlung hier Bilder der praktizierten Verkehrswende, die im Stadtteil Poblenou mit Superblocks seit 2017 umgesetzt wird:

Und hier zwei weitere Beispiele für autofreie Plätze:

Weitere Bilder und Informationen auf der spanischen Seite publicspace, der die obigen Bilder entnommen sind. (Wir bedanken uns bei der “Ajuntament de Barcelona” für die Erlaubnis zur Bildverwendung.) 

Wer mehr wissen möchte über den Prozess der Umgestaltung hin zu autofreien Vierteln in Barcelona, schaue nach auf der spanischen Webseite; mehr darüber erfahren kann man auch in einem Bericht über die Mobilitätswende in Barcelona auf “ Spiegel onlinevom 27.10.20.

Hamburg folgt dem Beispiel Barcelonas

Nun nimmt sich auch Hamburg des Beispiels von Barcelona an: Der Stadtteil Eimsbüttel soll entsprechend der Superblocks in Barcelona zu einem “Superbüttel” werden, nachzulesen hier. Wie wär’s, lieber Stadtrat und lieber OB Keller, sich ‘mal daran ein Beispiel zu nehmen!?

Eine revolutionäre Verkehrswende in Paris durch Bürgermeisterin A. Hidalgo 
Die Bürgermeisterin Anne Hidalgo hat Paris verwandelt: Sie verbannte den Autoverkehr von den Ufern der Seine und zuletzt auch von der alten Prachtstraße Rue de Rivoli, der Hauptverbindungsstraße zwischen Rathaus und Louvre, und sie plant, den berühmten Place de la Concorde in eine Fußgängerzone zu verwandeln:
“In den kommenden Jahren sollen die Place de la Concorde, die Champs-Élysées und der Platz rund um den Triumphbogen begrünt werden. Für Fußgänger sind breite Flanierboulevards vorgesehen, Autos müssen an die Ränder ausweichen. (…) An dem heute noch viel befahrenen Kreisverkehr am Triumphbogen soll es Picknickplätze geben.” (Spiegel 28/2020)
Mit Hilfe des Pioniers für “Smart Cities”, Carlos Moreno, soll Paris zu einer Stadt der Viertelstunden werden, das heißt, dass von jedem Pariser Wohnort aus wichtige Orte in der Stadt, wie Geschäfte, Kindergarten, Schule, Dienstleister usw., innerhalb einer Viertelstunde zu erreichen sind. Eine solche “ökologische Transformation der Stadt” (Hidalgo) ähnelt dem Modell einer “polyzentrischen Stadt” (USA, 60-iger Jahre), in der Wohnen und Arbeiten (wieder) verbunden sind.

Und trotz wilder Proteste von Seiten der Auto-Lobby wurde A. Hidalgo 2018 als Bürgermeisterin mit 49 % der Stimmen wiedergewählt – ein Beispiel für nachhaltiges und mutiges politisches Handeln, das sich nicht durch ideolgie-getränkte Kampagnen der Auto-Industrie beirren lässt.

Der umgestaltete Jahnplatz in Bielefeld: Vorrang für ÖPNV, Fußgänger- und Fahrradverkehr

Als weiteres Beispiel für eine menschenfreundliche Gestaltung von städtischen Plätzen kann der Umbau des Jahnplatzes in Bielefeld gelten, nachzulesen  in unseren Materialien zum Autoverkehr.

Düsseldorfs bekannter Architekt C. Ingenhoven: “Wir müssen die Städte zurückerobern”
In einem Interview fordert der Düsseldorfer Architekt Christoph Ingenhoven, Planer von Kö-Bogen II und “Ingenhoven-Tal”,  attraktive Innenstädte ohne Autos:
“Ich fahre gern Auto, das Fortbewegungsmittel in der verdichteten Stadt ist jedoch das Fahrrad – oder der öffentliche Nahverkehr. So sollten wir in der Innenstadt das Parken am Straßenrand zurückdrängen. Das ist in Tokio, der größten Stadt der Welt, bereits geschehen. Warum nicht bei uns. […] Wir haben schöne Städte, wie müssen sie uns vom Auto, von der Werbung und den Verkehrsschildern zurückerobern!