Radwegenetz in D’dorf  ein „Flickenteppich“ – Dezernent Kral verteidigt Ausbau des Radverkehrs –  Kulturprojekt auf der Graf-Adolf-Str.
Dezernent Kral verteidigt jüngst den Radverkehr für den Ausbau der Ratdleitroute 2 (Heerdt -Gerresheim) auf der Hansaallee gegen Kritik (Wegfall von Parkraum): Zum „fließenden Verkehr“ gehörten auch Radfahrer und Fußgänger, und es gebe kein Recht auf Parkplätze am Straßenrand (RP, 31.5.24). Trotzdem: Radfahren in der Innenstadt ist lebensgefährlich, da Radwege oft fehlen (sogar auf der Kö) oder plötzlich auf der Autospur enden, wie auf der Graf-Adolf-Straße (Bild), einer zentralen Ost-West-Route. M. Ambach (->Eine Straße) will dort die Lebens-Qualität mit einem Kultur-Projekt verbessern  (auch Ziel der ISG), aber das Amt 66 will keinen Radweg auf Kosten einer Fahrspur (->Demo dafür 02/22). Der ADFC hält das Radhauptnetz für einen „Flickenteppich“ (PM 16.3.24), kritisiert den zögerlichen Radwege-Ausbau: Von geplanten 300 km (Lärm-Aktionsplan III von 2020) sind erst 34 km realisiert (->RP 12/23), nach aktueller ADFC-Rechnung gar nur 6 km! – unvereinbar mit OB Kellers Ziel, Ddorf solle „fahrradfreundlichste Stadt“ werden. So sind Laut ADAC-Umfrage (o1/24) Bürger in D’dorf unzufrieden mit der Sicherheit für Radfahrende (->Fahrradunfälle in Df ’23),
Zu Fahrradstraßen, zur  ADAC-Stadtstudie und good-practice Stadt-Beispielen hier
Es gibt punktuell Fortschritte, so erhalten z.B. Koblenzer u. Königsberger Str. eine PBL (->Info), jüngst wurden gefährliche Kreuzungen für Fahrrad-Sicherheit rot eingefärbt (->Info). Aber in der gesamten Innenstadt fehelen Radwege: auf der 6-spurigen (!) Berliner Allee, nicht durchgehend auf der Hüttenstraße (Bild re.) und nicht auf vielen anderen wichtigen Routen, zudem blockieren Zehntausende Falschparker in D’dorf die Radwege. Deshalb sind viele nur ungern oder gar nicht mit dem Rad in der Stadt unterwegs, und deshalb bemängeln Bürger lt. einer repräsentativen ADAC-Umfrage zur Verkehrssicherheit (2024) „die fehlende Durchgängigkeit des Radwegenetzes und die Radverkehrs-Führung an Kreuzungen […] (sowie) die Verkehrssicherheit und haben Angst vor Unfällen“. Laut ADAC-Studie ’24 ist die Zufriedenheit mit dem Fahrrad-Verkehr in D’dorf gar zurückgegangen (dabei 13. Platz von 15 untersuchten Großstädten), wegen fehlender Durchgängigkeit des Radwegenetzes. Fazit: die Stadt sei auto- u. nicht fahrradgerecht, entgegen des OB-Ziels, D’dorf werde „fahrradfreundlichste Stadt“.
Das Auto hat im Zweifelsfall  in der städtischen Verkehrsplanung immer noch Vorfahrt, wie auch immer wieder der „Bücherbummel“ auf der Kö zeigt (s.u.). Darüber können nicht die vielfältigen Radwege-Planungen hinwegtäuschen, die der OB in seinem Bericht zur einjährigen Amtszeit stolz präsentierte. (->mehr)
Unsere Forderungen, die auch vom ADFC, wiederholt erhoben werden, sind aktuell wie nie: Umverteilung des Straßenraumes zugunsten des Radverkehrs für sichere Fahrradwege – gerade auch an Kreuzungen, denn gute Radwege verbessern die Verkehrssicherheit sowie die Lebensqualität (->DUH-Studie). Der ADFC fordert für 2024 deshalb mehr Geld für den Ausbau von Rad-Infrastruktur (1 Mrd. statt 400 Mio.€ ->Info).

2023 stieg im Vergleich zum Vorjahr wieder die Zahl der Verkehrsunfälle und der Todesfälle bei Fußgängern (->Info)., auch in D’dorf (Unfallatlas Df).  Zudem gefährden 60.000 Radwege-Parker Radfahrende (->Info). Abhilfe würde ein Tempolimit schaffen. Deshalb fordern wir Tempo 30 auf möglichst vielen Straßen für die Vermeidung schwerer Unfälle, wofür auch die Umwelthilfe  als Sofortmaßnahme eintritt (PM, 28.10.21, Bild). (->Dazu mehr)

Unfall-Tod einer jungen Radfahrerin auf unsicherem Radstreifen

„Radfahrer sind die Verlierer auf D’dorfs Straßen“, so ein Kommentar zum tödlichen Unfall einer Radfahrerin auf der Haroldstr. (26.10.21); die Überfahrene ist nicht nur das Opfer einer unachtsamen Autofahrerin, sondern auch unsicherer Radwege, „handtuch-breiter ‚Schutz‘-Streifen“ bzw. fehlender PBL, wie Michael H. schreibt (Leserbrief).

Verkehrschaos auf der Kö, freie Fahrt für Poser!

Ein Bild des Jammers ist auch die Situation auf der Kö, wo ein mickriger Radweg sich die Fläche mit Fußgängern teilen muss. Unverschämt die dortige Regelung für die Büchermeile – eine städtische Vorzeige-Kulturveranstaltung (am Wochenende 16./17.10.21): Die Stadtverwaltung ließ die Kö für Fahrräder sperren, ließ sie aber für SUVs, Auto-Poser und parkplatzsuchende PKW offen, was natürlich zum Verkehrschaos, zu Gestank, Gefährdung von Fußgängern und Enge für die Büchermeile führte. (->Leserbrief). Diese auch von Dr. Kron (Droste-Verlag, moderierte die Lesung von Ex-OB Geisel) kritisierte Lösung ist typisch für das Verkehrsamt: Im Zweifel immer Vorfahrt für das Auto!

Schildbürgerstreich des Verkehrsamtes: mittige Radspur auf der Schadowstr.

Ein  ist auch die neue, nicht markierte Fahrrad-Mittelsspur auf der Schadowstr. (Bild), wo Fußgänger und Radverkehr sich gegenseitig behindern. Änderung nach Kritik: Alle sollen aufeinander Rücksicht nehmen… – Solche Radwege werden den Anteil des Fahrrads am Gesamtverkehr – 2019 nur bei ca 18% – nicht wirksam erhöhen.

Auf Fahrradstraßen hat der Fahrradverkehr Vorrang – nur nicht in D’dorf!
In Neuß ist ein Verkehrsversuch für mehr Aufenthaltsqualität in der Innenstadt gestartet,  u.a mit Fahrradstraßen und einer zusätzlichen Fußgängerzone.
In Bremen verbindet z.B. die Fahrradstraße „Parkallee“ (siehe Bild) seit 02/21 das Stadtzentrum mit der Uni; Bremen gilt Münster als Vorbild einer Fahrradstadt.
In Hamburg sind für weniger Pendlerverkehr 7 neue Fahrradstraßen  geplant.
    Von dem propagierten Ziel des Bündnisses „Aufbruch Fahrrad“, des ADFC und der Grünen, den Anteil des Radverkehrs in D’dorf bis  2025 auf 25%, bis 2030 gar auf 30% zu steigern, sind wir noch weit entfernt. – Zum Vergleich: Fahrrad-Anteil am Gesamtverkehr in Bremen 25% , in Kopenhagen fast 30%.  (->Bericht von M. Hollstein)
Der „Verkehrsversuch Innenstadt“ in Neuß (seit 1.6.21) läuft zunächst bis zum 31.03.2022: „Bis dahin wird dort ausschließlich der Lieferverkehr täglich bis 13 Uhr ermöglicht, danach ist der Raum Radfahrerinnen und Radfahrern, den Passantinnen und Passanten vorbehalten. (…) Dazu werden zudem so genannte „Parklets“ installiert: Module wie Fahrradständer, Radstellen, Pflanzkästen, Terrassen, Bänke, Sitznischen, Podeste, Picknick-Garnituren und Tische, die allesamt zum Verweilen einladen und (…) zusätzliche Möglichkeiten bieten.“
Bremen hat ein gut ausgebautes Radwegenetz von 700km und einen modal split (Anteil des alltäglichen Radverkehrs am Gesamtverkehr) von 26 %; dieser Anteil soll sich bis 2040 sogar auf 40 % erhöhen. Mehr zur Verkehrswende in Bremen ist nachzulesen auf der Webseite der Initiative Bremenize und beim BUND Bremen, der auch im „Bremer Bündnis Verkehrswende“ mitarbeitet. (Zum Fahrradverkehr mehr)