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Umwelthilfe fordert  Tempolimit in Städten und auf Autobahnen!
Ein breites zivilgesellschaftliches Bündnis (aus DHU, BUND, VCD u.a.) fordert ein Bekenntnis aller demokratischen Parteien zu Tempo 30 in Städten. In Düsseldorf unterstützen Linke, Grüne und SPD diese Forderung – für Verkehrsberuhigung, Unfallvermeidung und Klimaschutz; aber die CDU – die FDP sowieso – sperrt sich, verweist auf die Bundesgesetzgebung, blockiert T-30, z.B. auf der Corneliusstr. (gegen Beschluss der BV9), auf der Rethelstr. – und hat im Verkehrsamt dafür auch Mitstreiter.
Was sagt die Fachwelt? – Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) fordert an der Seite der WHO ein bundesweites Tempolimit von 30 km/h innerorts – wie es Italien und vor allem Spanien (DUH, 19.05.21), jüngst auch Paris vormachen, – und sammelt Unterschriften für ein sofortiges Tempolimit auf Autobahnen. Und auch die Gewerkschaft der Polizei, die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) sowie viele Wissenschaftler unterstützen ein bundesweites T-30. Hier dazu
Zur Forderung nach einem bundesweiten Tempolimit von 30 km/h  sagt J. Rech, Geschäftsführer der DUH: „Immer mehr Länder gehen voran und beweisen, dass Tempo 30 innerorts nicht nur die Zahl und Schwere der Verkehrsunfälle reduziert, sondern auch die Lärmbelastung senkt, die Luftqualität verbessert und die Lebensqualität erhöht. In unserem Nachbarland Frankreich gilt Tempo 30 schon seit 2020 in 200 Städten und hat dort zu 70 Prozent weniger tödlichen Unfällen geführt. Unsere Forderung nach Tempo 30 innerorts, die nun auch von der Weltgesundheitsorganisation unterstützt wird, ist konsequent und sollte noch 2021 in Deutschland umgesetzt werden. (DUH, 19.05.21)

Die Verminderung der Umweltbelastung wird auch durch eine Studie aus Berlin belegt, wo nach Sperrung der  Friedrichstraße für den Autoverkehr die Stickoxid-Werte um mehr als ein Drittel zurückgingen. (DUH, 28.05.21)

Die Polizei-Gewerkschaft fordert in einem 35-seitigen Papier, die Höchstgeschwindigkeit  in geschlossenen Ortschaften generell auf 30 km/h zu begrenzen; die entstehende Entschleunigung des Verkehrs führe so zu mehr Sicherheit für alle.
Dazu ein Auszug aus dem Papier der Polizei-Gewerkschaft: „50 Kilometer pro Stunde als Regelgeschwindigkeit wird den Anforderungen an den Schutz schwächerer Verkehrsteilnehmer nicht gerecht. Der Rückgang von tödlichen und schwersten Verletzungen hängt deshalb sehr stark davon ab, ob es gelingt, auch den innerstädtischen verkehr weiter zu entschleunigen.“ (RP vom 10.02.21, S. A3) Entsprechend soll der Fokus stärker auf die Sicherheit von Radfahrern und Fußgängern gelegt und u.a. E-Bikes strenger reguliert werden.
Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) in NRW fordert im Rahmen ihres Nachhaltigkeitsprogramms  Tempo 30 innerorts und Tempo 120 auf Autobahnen; das Zukunftsziel ist dabei ein klimaneutraler Alltagsverkehr. Ein Tempolimit von 130 auf Autobahnen wird auch von der Mehrheit der Befragten in Feutschland unterstützt, so der ARD-DeutschlandTrend vom 10.6.21.

Auch der OB von Freiburg, Martin Horn,  fordert in einem Modellversuch Tempo 30 für die gesamte Innenstadt; auf diese Weise soll Freiburg „Deutschlands erste gesamtstästische Modellkommune für Tempo 30 werden“. – Hier nachzulesen.

In Frankreich gilt in ca 200 Gemeinden Tempo 30 – seit September ’21 auch in Paris

Neueste Maßnahme der Bürgermeisterin Hidalgo : Seit Anfang September 21 gilt Tempo 30 in ganz Paris (ausgenommen sind Hauptverkehrsachsen wie die Champs-Élysées), was der Sicherheit von Radfahrern und Fußgängern und dem Lärmschutz (- 3 Dezibel) dienen soll. Seit 2003 gibt es bereits etwa 200 Gemeinden mit Tempo 30 in den Innenstädten, z.B. Grenoble und Toulouse. (Mehr zum Verkehrskonzept für Paris im Beitrag über die multifunktionale Stadt)

Bürgerrat Klima fordert Tempolimit auf Autobahnen und Aus für Verbrenner
Auch der Bürgerrat Klima, ein Gremium aus 160 zufällig ausgewählten Mitgliedern, fordert in einem geminsam erarbeiteten Gutachten ein Tempolimit auf Autobahnen, zudem ein Aus für Verbrenner ab 2027  und einen Ausbau der Radinfrastruktur. Das Gutachten soll der neuen Bundesregierung als Empfehlung übergeben werden.